Frieden
wurde ich
durch die Gnade Gottes ein Gottesknecht, der das Evangelium verkündet.
Und ich konnte nicht nur in Korea, sondern in vielen Ländern
den Weg der Erlösung, nämlich die Sündenvergebung durch
das Blut Jesu Christi, verkünden. Dabei gab es etwas, was mir
in allen Ländern auffiel, wohin ich auch ging: Die Leute wissen
ohne Unterschied, dass Jesus Christus für ihre Sünde am
Kreuz starb, doch weil die Sünde in ihrem Herzen nicht durch
das Blut des Kreuzes weggewaschen wurde, geben sie sich zwar viel
Mühe, ein gutes Glaubensleben zu führen, aber sie haben
immer noch Konflikte wegen ihrer Sünde und leiden darunter.
In 2. Korinther 4 Vers 3-4 steht;
„Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist´s denen
verdeckt, die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott
dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle
Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das
Ebenbild Gottes.“
Viele lesen zwar in der Bibel und sagen: „Jesus Christus hat für
meine Sünde sein Blut vergossen und ist gestorben“, aber es gibt
unzählige Menschen, die in Wirklichkeit gar keine Beziehung zu
dem „Blut, das Jesus Christus am Kreuz vergossen hat“ haben. Wenn
Jesus wirklich für meine Sünde am Kreuz Blut vergossen hat
und gestorben ist, dann ist es wahr, dass meine Sünde durch den
Tod Jesu am Kreuz getilgt ist. Viele gehen zwar in die Kirche, aber
ihre Herzen wurden nicht von der Sünde befreit, und sie leiden
weiter unter ihrer Sünde. Denn wie es in 2. Korinther steht,
hat der Gott dieser Welt, der böse Satan, den Sinn der Ungläubigen
verblendet und das Evangelium Christi verdeckt.
Zu dem Zeitpunkt, da ich vor dem Herrn sehr wegen meiner Sünde
litt und überaus bekümmert war, waren schon 2000 Jahre vergangen,
seit Jesus am Kreuz sein Blut vergossen hat. Weil Satan meine Augen
verdeckt hat und die Leute um mich herum genauso waren wie ich, habe
ich sehr lange wegen meiner Sünde Konflikte gehabt und furchtbar
darunter gelitten, obwohl Jesus schon vor 2000 Jahren all meine Sünde
für ewig vergeben hatte. Und ich sah, dass auch der Pastor und
der Älteste fortwährend wegen ihrer Sünde litten. Ich
hörte jeden Sonntag beim Beten, dass sie immer wieder wegen ihrer
Sünde voller Qual beteten. Weil der Pastor so war und die Ältesten,
ebenso die Diakone und alle anderen Mitglieder der Kirche, konnte
ich nicht sagen, dass ich allein keine Sünde hätte. Es war
für mich selbstverständlich, dass ich, genau wie der Pastor
und die Ältesten, ein Sünder war.
Weil ich ein Sünder war, wollte ich vor Gott meine Sünde
beseitigen. Ich bekannte all meine Sünden vor dem Herrn. Trotzdem
hatte ich in meinem Herzen nicht die Gewissheit der Sündenvergebung.
Ich betete weinend, war verzweifelt, habe geklagt und mich verdammt.
Aber es gab niemanden, der mich mit dem Wort Gottes aus dieser Lage
erlöste. Es gab niemanden, der mein Herz von der Sünde befreite.
Keiner erzählte mir von der Vergebung.
Aber Gott hat mein Herz Schritt für Schritt geführt. An
einem frühen Morgen erinnerte ich mich an all meine Sünden,
eine nach der anderen, und bekannte sie und bat um Vergebung. „Gott,
ich bin wirklich ein Sünder. Ich bin wirklich ein böser
Mensch. Ich habe solche Sünden begangen. Ich bin so ein gemeiner,
abscheulicher Mensch!“ Da konnte ich plötzlich spüren, dass
der heilige Geist Gottes stark in meinem Herzen arbeitete. Ich habe
früher auch solche Bekenntnisgebete gesprochen. Aber obwohl ich
unzählige Male solche Bekenntnisgebete gesprochen hatte, hatte
die Sünde mein Herz danach immer noch gedrückt, wenn ich
nach Hause kam. Aber an diesem Morgen war es anders.
An diesem Morgen betete ich vor dem Pult kniend und weinend, bis die
Sonne aufging und das Sonnenlicht die Kapelle erstrahlen ließ.
Als ich das Gebet beendet hatte und aufstand, kam ein merkwürdiger
Gedanke, den ich vorher noch nie hatte, in mein Herz. Weil Satan mich
bislang belogen hatte, war ich stets von der Sünde bedrückt
gewesen, aber als ich nach diesem Gebet aufstand, begann in mir dieser
Glaube zu sprießen: „Das Blut, das Jesus Christus am Kreuz vergossen
hat, hat meine Sünde restlos weggewaschen!“ Der heilige Geist
hat mich diese Tatsache erkennen lassen.
„Meine Sünde ist vergeben. All meine Sünden sind weiß
wie Schnee geworden. Nun sind all meine Sünden vergeben und weggewaschen!“
Ich wusste nicht, wie ich es ausdrücken sollte, aber in meinem
Herzen hatte ich einen unbeschreiblichen Frieden, den ich früher
nicht gekannt hatte. Ich war nicht mehr von Sünde gefesselt,
brauchte nicht mehr darunter zu leiden, bedrückt zu sein, zu
bekennen oder wegen der Sünde etwas zu tun. Ich erkannte die
Wahrheit, dass Jesus als Vertreter schon alles getan hatte, während
ich meinte, für die Vergebung meiner Sünde etwas tun zu
müssen. Ich merkte, dass ich für meine Sünde gar nichts
tun musste. Erstaunlicherweise hatte der Herr mein Herz so geführt:
Das Blut Jesu Christi hat all meine Sünde von meinem Herzen weggenommen!
Frieden und Ruhe herrschten in meinem Herzen. Vorher, als ich noch
unter der Sünde lebte, wurde ich von bösen Gedanken oder
von Begierde geführt, aber jetzt war das nicht mehr der Fall.
Ich fing an, ruhig die Bibel zu lesen und zu beten. Es war Sonntag,
der 7.10.1962. Nachdem ich gefrühstückt hatte, nahm ich
am Sonntagsgottesdienst teil. Ich erinnere mich nicht mehr daran,
welches Wort ich hörte, aber eins war anders: Der Frieden, den
ich früher nicht gehabt hatte, regierte mein Herz, und die Sünde,
die mich stark unterdrückt hatte, war kraftlos geworden und verließ
mich.
Damals
merkte
ich nicht, dass der heilige Geist in mein Herz eingezogen war, aber
ich konnte spüren, dass ich anders war und weiter geändert
wurde. Ich, der ich immer wenn ich Zeit hatte mit den Freunden spielte
und schlechte Dinge tat, fing an, zu Hause still in der Bibel zu lesen.
Und so hielten sich meine Freunde, die mir früher so nahe standen,
einer nach dem anderen von mir fern. Während ich so immer einsamer
wurde, spürte ich, dass ich dem Herrn ganz nahe kam. Obwohl ich
die Bibel nicht gut verstehen konnte und nicht wusste, was sie bedeutet,
las ich sie immer wieder. Was ich tat, war auch in meinen Augen erstaunlich.
Ich sah, dass der Frieden, den ich früher nicht gehabt hatte,
mein Herz regierte. Ich hatte gar keine Ahnung, ob das die Wiedergeburt
war, ich war nur unendlich dankbar, dass mein Herz von der schweren
Last der Sünde befreit worden war.
HERR,
MÖCHTEST DU MEINEN
UNNÜTZEN KÖRPER ANNEHMEN?
Nachdem ich die Sündenvergebung
empfangen hatte, hatte ich einen Monat lang unermessliche Dankbarkeit
in meinem Herzen. Ich hatte das Verlangen, etwas für den Herrn
zu tun. Zuerst wollte ich gern etwas spenden, weil ich sehr dankbar
dafür war, dass die Sünde meines Herzens vergeben wurde.
Natürlich gab es damals kein Taschengeld für uns. Auf dem
Lande führte mein Vater den Haushalt, und er kaufte mir nur Kleidung
und Schuhe, aber er gab mir kein Taschengeld. Deshalb beschaffte ich
mir immer durch unerlaubte Methoden Geld, z. B. indem ich heimlich
das Getreide meines Vaters verkaufte usw.
Nach meiner Rettung wollte ich gern spenden, aber ich hatte bedauerlicherweise
gar kein Geld. Ich hatte zwar heimlich das Getreide meines Vaters
verkauft, um mit meinen Freunden zu spielen und um Alkohol zu trinken,
aber ich konnte mir nicht erlauben, so etwas zu tun, um zu spenden.
Ich bemühte mich mit ganzem Herzen, dem Herrn etwas zu geben,
aber ich bekam einen Monat lang gar kein Geld in die Hand. Ich hatte
großes Leid in meinem Herzen, weil ich dem Herrn gar nichts
spenden konnte.
Eines Tages betete ich, weil ich diesen Schmerz nicht mehr ertragen
konnte: „Herr, ich möchte so gerne spenden. Ich möchte mich
bedanken. Aber, Herr, ich habe kein Geld. Herr, ich habe gar nichts.
Mein unnützer Körper! Alle, die mich sehen, mögen mich
nicht und hassen mich. Mir ist nur dieser Leib übrig geblieben.
Herr, ich habe nur diesen Leib, den ich dir geben kann. Möchtest
du es annehmen, wenn ich dir diesen Leib gebe?“
Damals wollte ich in die Armee gehen, aber das klappte auch nicht,
weil ich wegen eines abgebrochenen Vorderzahns bei der körperlichen
Untersuchung durchfiel. Meine einzige und letzte Möglichkeit
war, nach Japan zu gehen. Mein Onkel, der in Japan lebte, hatte eine
Baugesellschaft, und ich wartete darauf, dass er für mich einen
Arbeitsplatz findet. Aber wir verloren den Kontakt zueinander. Wegen
solcher Dinge war ich ganz verzweifelt. Dann empfing ich die Rettung
und wurde wiedergeboren. Obwohl ich tief nachgedacht hatte, schien
es mir so, als ob ich ein nutzloser Mensch bin, und ich dachte: „Wofür
kann der Herr mich, der ich so bin, benutzen?“
Damals konnte ich mir gar nicht vorstellen, ein Prediger oder Pastor
zu werden. Ein Evangeliumsprediger oder ein Missionar, der für
das Evangelium lebt, so etwas war für mich wirklich undenkbar.
Darum bedeutete es nicht, dass ich ein besonders guter Knecht Gottes
oder ein Pastor werden wollte, wenn ich meinen Leib dem Herrn gäbe.
Weil ich gar nichts anderes geben konnte, wollte ich, wenn der Herr
es annimmt, mit meinem Körper das ganze Leben in der Gemeinde
die Toiletten putzen, die Schuhe der Kinder ordnen, den Kindern die
Nase putzen, den Familien, in denen nur alte Leute oder Frauen leben,
bei den Dingen helfen, die sie nicht selbst machen können, und
ich dachte, dass ich sehr glücklich sein würde, selbst wenn
ich für immer so leben würde.
Daher betete ich vor dem Herrn:
„Herr, ich möchte dir unbedingt etwas geben, aber ich habe gar
nichts. Herr, ich bin unnütz, aber wenn du mich annimmst, möchte
ich mein ganzes Leben nur noch für dich leben und dir dienen.“
Nun sind viele Jahre vergangen, und wenn ich darauf zurückblicke,
war das mein erstes Gebet, nachdem ich die Rettung und die Sündenvergebung
empfing und wiedergeboren wurde, und der Herr erhörte mein Gebet
und machte mich zu einem ehrenhaften und dankbaren Arbeiter für
das Evangelium. Wenn ich an diese Tatsache denke, bin ich unbeschreiblich
dankbar. Nicht nur das, sondern Gott hat all meine Gebete, die ich
an ihn gerichtet habe, nicht vergessen und sich an alles erinnert
und sie erfüllt, obwohl ich selbst sie oft vergessen habe. An
diesem frühen Morgen betete ich innig vor dem Herrn: „Gott, nimm
mich bitte.“ Danach habe ich dieses Gebet vergessen, aber Gott führte
mich von da an.
Weil ich, der ich früher zu Hause nur gemurrt und Probleme verursacht
und schlechte Dinge getan hatte, nach der Sündenvergebung geändert
wurde, sah mein Vater mich nun mit anderen Augen. Er, der sich um
mich immer Sorgen machte und meinetwegen Kummer hatte, verwunderte
sich, als er mich so sah. Murren, Begierde, unerträgliche Wut
- solche Dinge, die früher in meinem Herzen waren, verschwanden
aus meinem Leben, ohne dass ich es merkte. Es war erstaunlich, als
ich mich selbst sah, wie ich die Bibel las und betete.
VERWORFEN
UND VERACHTET
Damals gab es in unserer
Kirche viele Jugendliche, die wie ich waren. Oft haben wir die Aufgaben
des Lehrers der Sonntagsschule oder des Kirchenchors der Jugendlichen
übernommen, und nachdem wir die Kirchenlieder mit dem Kirchenchor
geübt hatten, haben wir zusammen gespielt. Eines Tages nach der
Übung des Kirchenliedes gab ich Zeugnis, wie ich die Sündenvergebung
bekam. Ich sagte, dass ich sehr dankbar bin, weil das Blut Jesu Christi
meine Sünde weiß wie Schnee gewaschen hat. Und ich fing
an darüber zu reden, dass sie auch die Sündenvergebung empfangen
müssten. Sie waren überrascht und sagten: „Herr Park, das
ist wirklich eine außergewöhnliche Geschichte, die müssen
Sie nicht uns erzählen, sondern dem Pastor. Sagen Sie es dem
Pastor. Er muss das hören!“ Aber damals konnte ich bedauernswerterweise
das Evangelium noch nicht genau erklären, also wie man die Sündenvergebung
bekommen und wiedergeboren werden kann. Darum erzählte ich in
der Kirche einfach weiter meine segensvolle Geschichte, wie ich geändert
wurde. Dann haben die Jugendlichen, die mit mir so vertraut wie Brüder
waren, mich einer nach dem andern als nicht normal angesehen und Abstand
von mir genommen.
Die Jugendlichen haben sich immer in einem eigenen Raum der Kirche
versammelt und gespielt. Vor der Tür dieses Zimmers lagen eines
Tages einige Paar Schuhe, deshalb wollte ich hineingehen. Als ich
aber die Türklinke fassen wollte, hörte ich Stimmen. Sie
sprachen über mich. „Herr Park - hat er keine Sünde? Ich
weiß ganz viele, wie viele Male hat er gesündigt! Es ist
Quatsch!“ All die Jugendlichen machten mich lächerlich und sprachen
über mich. Ich konnte die Tür nicht mehr aufmachen, ließ
die Klinke los und kehrte zurück.
„Ich bin jetzt anders als sie. Ich bin für sie ein Fremder geworden.“
Ich sah diesen Zustand und dachte: „Wie soll ich nun in Zukunft mein
Glaubensleben führen? Wie soll es weitergehen?“ Ich stand vor
dieser Situation und hatte keine Ahnung, was daraus werden sollte.
„Ist mein Glauben wirklich richtig? Unser Pastor, die Ältesten,
alle Kirchenmitglieder sagen, dass sie Sünder sind, darf ich
dann sagen: „Meine Sünden sind weggewaschen“? Führe ich
mein Glaubensleben richtig? Bin ich nicht arrogant?“
Ich dachte so und wusste nicht, wie ich meinen Glaubensweg gehen sollte.
Da hat mir die Geschichte über das Glaubensleben von Johann Wesley
und Martin Luther Kraft gegeben.
„Ah, sie sagten, dass der Gerechte aus Glauben leben soll. Dann hatten
sie den gleichen Glauben wie ich. Deshalb wurden sie von den Leuten
verworfen und verachtet. Wie soll ich dann in Zukunft mein Glaubensleben
führen, und wie soll ich weiter gehen?“
Diese Frage hatte ich damals, weil ich noch nicht wusste, dass der
Gerechte aus dem Glauben lebt. Aber ich habe trotzdem mit friedlichem
Herzen vor dem Herrn gebetet und ihm gedient. So verbrachte ich Tag
für Tag.