ICH BIN GEKOMMEN UM ZU ZEIGEN, DASS GOTT LEBT

Missionar ist ein Mensch, der seine Heimat verlässt und ins Ausland geht, um fremden Völkern das Evangelium Jesu Christi und das Wort Gottes zu verkündigen. Viele Menschen beten und bereiten sich vor, um Missionar zu werden, aber wenn sie dann tatsächlich Missionar sind und in einem fremden Land leben, haben sie viele Schwierigkeiten, die sie sich im Heimatland gar nicht vorgestellt haben. Klima, Essen, Sitte, Sprache - solche Dinge quälen den Missionar, und was für ihn noch dazu sehr beschwerlich ist, ist das Visumproblem. Weil er Ausländer ist, braucht er ein Visum, um sich dort aufhalten zu können. Aber bevor er das Visum bekommt, trifft er auf viele Probleme.
Gott hat unseren Missionaren überall in Südamerika, Afrika, Südostasien und Europa geholfen, daher verkündigen sie das Evangelium dort schon kräftig. Aber in solchen Ländern wie China und Vietnam, wo Missionaren immer noch die Erlaubnis verweigert wird, müssen sie noch sehr viel beten, um das Visum zu bekommen.
Auch als wir Missionare nach Kenia sandten, bekamen wir Schwierigkeiten wegen des Visums. Wenn sich in Kenia mehr als zehn Leute versammeln und Gottesdienst feiern, ohne dass ihre Kirche oder Mission vorschriftsmäßig bei der Regierung eingetragen ist, werden einheimische Teilnehmer sofort verhaftet und Ausländer ausgewiesen. Noch dazu erlaubt die Regierung kaum einem Ausländer die Eintragung einer Religionsgemeinschaft. Der einheimischen Kirche dagegen wird die Eintragung meistens genehmigt. Deshalb müssen die Missionare zwangsläufig der Kirche angehören, die bei der Regierung eingetragen ist, wenn sie in Kenia das Evangelium verkündigen und Missionarsarbeit machen wollen. Also werden sie ein Haus, ein Grundstück oder ein Auto nicht im Namen ihrer Mission kaufen, sondern auf den Namen der kenianischen Kirche. Nur so können sie bleiben. Und wenn eines Tages der Pastor der kenianischen Kirche sagt: „Dieser Mann ist ein Missionar, der nicht unserer Kirche angehört“, dann werden die Missionare von der Polizei zwangsweise ausgewiesen. Ich habe oft Missionare gesehen, die in Kenia ein Krankenhaus oder eine Schule gebaut und missioniert haben und dann vertrieben wurden.
1994, als die Missionare Jong-Duk Kim und Jong-Su Jun von unserer Mission nach Kenia gesandt wurden, stellten die Schwestern Dorothy und Desso, die wir in Daejeon in Korea auf der Expo getroffen hatten, ihnen einen Pastor von der Kirche vor, in die sie früher gegangen waren. Die beiden Missionare konnten zu dieser Kirche gehören, ihr Visum bekommen und das Evangelium verkündigen.
Aber als ich Kenia 1995 zum zweiten Mal besuchte, hatten unsere Missionare Schwierigkeiten wegen ihres Visums. Als Pastor Bishop Gitonga, der die höchste Position in der Kirche hat, der unsere Missionare angehörten, erfuhr, dass Pastor Ock-Soo Park von der Gute-Nachricht-Mission kommt, wollte er mich treffen. Ich war in Kenia schon ab und zu Pastoren begegnet, und es war so, dass sie immer Geld verlangten, wenn sie Missionare trafen.
Es war ganz klar, dass er auch von mir Geld verlangen würde, wenn ich mich mit ihm treffen würde.
„Muss ich ihm Geld geben, damit unsere beiden Missionare ohne Schwierigkeiten ihr Visum bekommen können ?“
Als ich an dieses Problem dachte, bekam ich viele Qualen. Wenn ich ihnen das Geld, das sie von mir verlangen werden, nicht geben würde, würden sie unsere Missionare nicht mehr ihrer Kirche angehören lassen. Dann würden unsere Missionare sofort ausgewiesen, weil sie kein Visum mehr bekommen könnten. Diese Sache war eine große Last in meinem Herzen. Als Knecht Gottes konnte ich dieses Problem aber nicht mit Geld regeln, daher war mein Herz sehr schwer.
Am Montag, dem 21.08. wollten wir uns treffen. Am frühen Morgen konnte ich nicht mehr schlafen, deshalb ging ich zu Gott und betete inniglich.
„Herr, die anderen ausländischen Missionare geben der kenianischen Kirche Geld, um ein Visum zu bekommen. Wenn ich das auch so mache, wirst du dich darüber freuen? Und wenn ich ablehne, Pastor Gitonga Geld zu geben, wirst du, Herr, dann wirklich die Missionare Jong-Duk Kim und Jong-Soo Jun ausweisen lassen?“
Als ich flehentlich so betete, erlaubte Gott meinem Herzen dankenswerterweise Glauben und großen Frieden:
„Nicht Menschen haben die Missionare Jong-Duk Kim und Jong-Soo Jun nach Kenia gesandt, sondern der Herr. Weil Gott sie gesandt hat, wird er auf jeden Fall durch unsere Missionare seinen Willen erfüllen. Keiner kann sie vertreiben.“
Morgens holte mich Pastor Obonyong mit dem Auto ab. Ich fuhr mit ihm, zusammen mit Jong-Duk Kim und Dong-Soo Shim, zum Büro von Pastor Gitonga. Er wartete mit den anderen Pastoren schon auf uns. Nachdem wir uns begrüßt hatten, fing Pastor Gitonga an zu reden.
„Ich habe gehört, dass Sie, Pastor Ock-Soo Park, ein sehr ehrbarer Pastor sind, der Gottes Arbeit macht. Ich führte auch schon mal in Korea in einer Pfingstgemeinde eine Evangelisation. Ihre Missionare Jong-Duk Kim und Jong-Soo Jun, die jetzt in Kenia sind, sind wirklich achtbare Menschen.“
Nachdem Pastor Gitonga unsere Missionare gelobt hatte, sagte er folgendes:
„Wir bauen jetzt eine Kirche, dafür brauchen wir 300.000 $, Pastor Park. Wenn Sie uns im Gebet unterstützen würden, wäre das sehr schön. Und dann brauchen wir noch 150.000 $, um im Armenviertel mit dem Evangelium anzufangen, helfen Sie bitte auch in diesem Fall.“
Ich war erschrocken. Obwohl ich wusste, dass sie von mir Geld verlangen würden, hatte ich mir nicht vorgestellt, dass es soviel sein würde. „Um die Kirche zu bauen, brauchen sie 300.000 $. Wieviel Geld werden sie dann von mir erwarten ?“ Es schien, als ob sie mit 10.000 oder 20.000 $ gar nicht zufrieden sein würden.
Schon als ich dorthin ging, wollte ich Gottes Arbeit nicht mit menschlicher Methode erledigen. Ich hatte gar nicht das Herz, dieses Problem mit Geld zu lösen. „Obwohl ich nicht tun werde, was sie verlangen, wird Gott unsere Missionare nicht ausweisen lassen.“ Weil ich diesen Glauben bekam, konnte ich mutig zu Pastor Gitonga sagen: „Die amerikanischen Missionare kamen hierher und haben Afrika verdorben. Weil sie hier mit Geld um sich warfen und nicht den wahren Gott lehrten, betrachten die Afrikaner die Missionare nur als Geldquelle, wenn sie sie sehen.“
Und ich erklärte ausführlich, wie ich in der Missionarsschule trainiert wurde; dass die amerikanischen Missionare, die uns trainierten, anders waren als andere Missionare; dass sie uns den wahren Glauben lehrten und dass wir durch Gebet Geld von Gott bekämen. Ich konnte vor vielen Pastoren eine Stunde lang ruhig Zeugnis geben, wie Gott mir half und uns Geld gab, als wir beteten, und wie er uns führte. Und schließlich sagte ich ernst: „Wenn Sie Gottes Segen bekommen möchten, glauben Sie doch an Gott. Ich bin hierher gekommen um zu zeigen, dass Gott lebt. Wenn Sie diesen Glauben haben und auf mich hören, werden Sie auch wirklich diesen Glauben lernen und Segen bekommen.“ Als meine Rede endete, nickten alle Pastoren mit ihrem Kopf und sagten: „Pastor Park, Sie sind wirklich ein ehrbarer Knecht Gottes.“ Und dann gaben wir uns die Hände und verabschiedeten uns.

DIE EINTRAGUNG DER KENIANISCHEN RELIGIONSGEMEINSCHAFT

Ein paar Tage später besuchte ich Pastor Gitongas Kirche, weil ich auf seinen Wunsch dort ein paar Tage lang eine Evangelisation führen sollte. Aber als ich dort hinkam, war niemand da. Weil das sehr merkwürdig war, fragte ich einen Sekretär, aber der schüttelte den Kopf und rief den Vizepastor an und gab mir den Hörer. Der Vizepastor sagte zu mir: „Pastor Park, war die Evangelisation wirklich für heute vorgesehen? Es tut mir leid. Das wusste ich nicht. Ich dachte, es wäre nächste Woche.“

Ich erkannte ihre versteckte Absicht: „Du böser Kerl, der du kein Geld gibst, was für eine Evangelisation willst du führen?“ Wenn die ausländischen Missionare nach Kenia kommen und viel Geld geben, gibt die kenianische Kirche ihnen die Chance, vor ein paar tausend Leuten zu predigen. Dann machen die Missionare Photos und bringen sie mit in die Heimat und machen damit Reklame. Ich hatte nicht gleich erkannt, warum sie mich gebeten hatten, die Evangelisation zu führen, aber das war nur, um sich zur Schau zu stellen.
Ich sagte kein Wort, drehte mich um und ging in ein kleines Dorf, das Migori heißt, um dort das Evangelium zu verkündigen. Einige Tage zuvor waren einige Leute zu uns gekommen und hatten uns gebeten, in Migori eine Evangelisation zu führen. So gingen wir nun sofort dorthin und konnten ihnen das Evangelium verkündigen. Wir versammelten in einem großen Hof die Leute, die im Wald lebten, wobei wir die funkelnden Sterne sehen konnten, und verkündigten bis Mitternacht Gottes Wort. Man konnte sie nicht atmen hören, so gebannt hörten sie zu. Wir mussten gemäß dem Reiseplan am nächsten Tag in der Frühe nach Nairobi zurückkehren. Deshalb standen wir um 4 Uhr auf und kehrten ohne Abschied mit dem Auto nach Nairobi zurück. Aber die Leute, die in jener Nacht das Wort gehört hatten, versammelten sich am nächsten Tag wieder und entschieden: „Wir wollen mehr von dem Wort hören, sie einladen und eine Evangelisation führen!“ Und sie teilten das der Kirche in Nairobi mit.
Als ich in Nairobi ankam, passierte etwas Erstaunliches: Ein Mann, der Mugabana heißt, besuchte mich und sagte: „Pastor Park, ich las das Buch ‚Allein durch Jesu Werke’. Sie sind wirklich ein Mann Gottes. Ich bin in der höchsten Position im Amt zur Eintragung von Religionsgemeinschaften. Ich werde die Gute-Nachricht-Mission eintragen lassen.“ Er hatte schon alle Formulare ausgefüllt, und ich brauchte nur noch zu unterschreiben. Nachdem ich unterschrieben hatte, kehrte er zurück.
An dem Tag, da meine Missionsreise zu Ende war und ich, wie mit Bruder Sam vereinbart, nach Ghana flog, fuhren die Missionare Jong-Duk Kim und Jong-Soo Jun mich zum Flughafen und danach direkt nach Migori, um die Evangelisation zu führen. Aber an diesem Tag meldete Pastor Gitonga bei der Polizei, dass Jong-Duk Kim und Jong-Soo Jun nicht mehr zu seiner Kirche gehörten. Und so kam die Polizei, um unsere Missionare auszuweisen. Aber weil sie in Migori waren, um die Evangelisation zu führen, nahm die Polizei wahllos einen kenianischen Bruder fest und brachte ihn ins Gefängnis. Dieser Bruder heißt David und ist der Enkel von Herrn Mugabana, der die höchste Position im Kirchenamt hatte.
Als Herr Mugabana diese Nachricht hörte, machte er in seinem Büro sofort den Antrag auf Eintragung der Religionsgemeinschaft fertig, meldete sie an und bekam die Anmeldebestätigung. Jeder Mission, die die Anmeldebestätigung hat, ist es erlaubt, ihre religiösen Veranstaltungen durchzuführen, bis sie die Eintragungsgenehmigung bekommt. Herr Mugabana nahm die Anmeldebestätigung und holte seinen Enkel David damit aus dem Gefängnis. Und später, als die beiden Missionare Jong-Duk Kim und Jong-Soo Jun von Migori nach Nairobi zurückkamen, wurden sie nicht ausgewiesen, weil sie die Anmeldebestätigung hatten.
Als Pastor Gitonga und die anderen davon erfuhren, wendeten sie alle erdenklichen Mittel an, um die Eintragung unserer Mission zu verhindern. Deshalb ging der Antrag durch viele Verfahren und einen schwierigen Prozess hindurch, aber im nächsten Jahr, im März 1996, bekamen wir durch Gottes Gnade auf dramatische Weise die Genehmigung zur Eintragung der Religionsgemeinschaft. Gott ließ zu, dass wir die vorschriftsmäßige Eintragung der Religionsgemeinschaft, die als ausländische Mission unmöglich war, bekamen, und zwar dadurch, dass er das Herz des Herrn Mugabana, der die höchste Position im Amt zur Eintragung von Religionsgemeinschaften hatte, berührte. Danach lud ich Herrn Mugabana aus Dankbarkeit nach Korea ein. Er wohnte fast einen Monat lang in unserem Haus, und ich verkündete ihm das Evangelium und unterhielt mich mit ihm über viele Dinge.
Weil Gott lebendig ist und mit seiner Methode seine Knechte schützt, die wahrhaftig das Evangelium verkündigen, und ihnen hilft, brauchen wir nicht mit unseren menschlichen Methoden und Mitteln zu arbeiten. Nicht nur in Kenia, sondern auch in solchen Ländern wie Japan und Amerika war es sehr schwer, ein Visum zu erhalten, aber Gott half uns immer mit seiner besonderen Methode und ließ uns das Visum schließlich bekommen.
Wenn die Missionare im Ausland das Evangelium verkündigen, werden die Menschen, die dadurch wiedergeboren werden, mit uns eines Herzens. Ob sie Zivilisierte oder Unzivilisierte sind - nachdem sie die Sündenvergebung empfangen und Jesus Christus angenommen haben, werden sie mit uns eins und eine Familie.
Die meisten Menschen in Afrika oder in Südamerika vertrauen nicht auf Missionare, und wenn sie einen Missionar treffen, wollen sie nur Geld haben. Aber wenn solche Leute sehen, dass sich unsere Missionare Mühe geben und schwer für sie arbeiten, und in ihrem Herzen das Evangelium, das wir verkündigen, annehmen und erkennen, dass Gott uns hilft, dann nehmen sie mit dem gleichen Herzen wie wir am Evangelium teil. Obwohl ihr Leben, ihre Sitte und ihre Gedankenwelt ganz anders sind als unsere, gibt es nur noch den einen Unterschied zwischen uns, wenn sie wiedergeboren sind: Ihre Gesichter sind dunkel und unsere hell. Sie werden wirklich mit uns eines Herzens, und sie werden unsere Brüder und unsere Familie, sodass wir sie unbefangen Bruder nennen können.
Diese Arbeit ist wirklich nicht durch Menschen, sondern durch Gott geschehen. Ich danke dem Herrn dafür, dass er unsere Missionare, egal in welchem Land der Welt sie leben, während sie mit den Menschen in dem jeweiligen Land zusammen essen, trinken, schlafen und die Zeit verbringen, mit ihnen eines Herzens werden und das Evangelium verkünden und Gott ehren lässt.

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