Vor Beginn meines
Zeugnisses ...
, am 8. August um 21.15 Uhr, landete unser Flugzeug,
aus Brüssel über Entebbe in Uganda kommend, in Nairobi in
Kenia. Ich setzte zum ersten Mal meinen Fuß auf afrikanischen
Boden. Als ich nach der Gepäckausgabe und allen Formalitäten
aus dem dunklen Flughafen kam, gab es viele Menschen, die in ärmlicher
Kleidung auf die Fluggäste warteten. Unter ihnen konnten wir
gleich die Schwestern Dorothy und Desso erkennen. Sie empfingen uns
herzlich. Mit dem Auto, das sie für uns bereitgestellt hatten,
brachten sie uns zu unserer Herberge. An diesem Abend habe ich zum
ersten Mal auf afrikanischem Boden kniend zu Gott gebetet.
„Herr,
viele Jahre lang habe nicht ich dir gedient, sondern du hast mir gedient.
Du hast dich um mich, der ich zu nichts zu gebrauchen, sehr schmutzig,
böse und schlecht bin, gekümmert und mich geführt und
mir gedient und mich Pastor werden lassen. Nun konnte ich bis Afrika
kommen. Herr, ich habe dir wirklich nicht gedient, sondern du mir.
Nun möchte ich dir auch dienen. Herr, von nun an lass dir doch
bitte von mir dienen.“
Ich wollte
nun wirklich mit ganzem Herzen dem Herrn dienen. Bis zu diesem Punkt
habe ich zwar gedacht, dass ich dem Herrn diene, aber ich war zu oft
wankelmütig und habe nach den Begierden des Fleisches gehandelt.
Doch der Herr hat sich kein einziges Mal von mir abgewendet und ist
mir immer treu und nah geblieben. Immer wenn ich schwer beladen war,
immer wenn ich Probleme hatte, hat er mich geführt und sich um
mich gekümmert und mir geholfen. Wenn ich daran denke, kann ich
nur sagen, dass nicht ich dem Herrn gedient habe, sondern er mir.
Ich habe vor dem Herrn kniend gebetet: „Gott, ich möchte dir
dienen, auch für die Menschen in Afrika. Bitte, gib mir Gelegenheit,
dir in Afrika zu dienen.“
Um das
Evangelium zu predigen, war ich in vielen Ländern. Überall
wo ich hinkam hatte ich das Bedürfnis, dort zu bleiben und diesem
Volk das Evangelium zu predigen, aber hier in Afrika war dieser Wunsch
besonders stark. Deshalb wollte ich nicht nach Korea zurückgehen.
Mein Herz war übervoll von diesem Verlangen, dort zu bleiben
und das Evangelium zu predigen. Aber ich konnte nicht anders, ich
musste zurückkehren, als ich an die vielen Dinge in Korea dachte,
z. B. die Missionarsschule, die Gemeinde, die Evangelisationen. Auf
dem Heimweg nach Korea dachte ich trotzdem: „Warum muss ich wieder
nach Korea zurückgehen?“
Nachdem
ich die erste Nacht in Afrika verbracht hatte, fuhren wir morgens
unter der Führung der Schwestern Dorothy und Desso zu einem großen
Stadion, wo eine Evangelisation stattfand. In diesem Stadion gab es
gar keinen Schatten außer in den Königslogen, aber trotzdem
haben ungefähr 3000 Afrikaner unter der sengenden Sonne das Wort
gehört. Während ein Pastor auf Englisch predigte, übersetzte
ein Dolmetscher auf Suaheli. Da das Herz der Zuhörer wirklich
ernsthaft und flehentlich war, konnte ich das Verlangen, ihnen das
Evangelium zu verkündigen, das aus meinem tiefsten Herzen kam,
nicht unterdrücken.
Als ich
zu den Verantwortlichen für diese Veranstaltung ging und mich
vorstellte, dass ich Pastor Park aus Korea bin, hießen sie mich
herzlich willkommen. Sie befestigten an meiner Jacke ein Namensschild,
gaben mir einen Zeitplan und sagten: „Um die und die Zeit sind Sie
dran mit Ihrer Predigt.“ Dann habe ich gepredigt und ging zurück
zu meiner Unterkunft.
1993 fand
die Expo in Daejeon in Korea statt. Unsere Gemeindemitglieder haben
damals englische Traktate gedruckt und an die Ausländer, die
an dieser Expo teilnahmen, verteilt. Unter den vielen Ausländern
haben vor allem Leute aus Kenia das Evangelium gehört und wurden
wiedergeboren. Dadurch hatten unsere Gemeindemitglieder mit den Menschen
aus Kenia engen Kontakt. Nach Feierabend sind sie immer zu den Unterkünften
der Kenianer gegangen, haben dort mit ihnen Gemeinschaft gehabt und
zusammen gebetet. Eines Tages sagte ein Bruder zu mir: „Pastor, die
Leute aus Kenia sind sehr arm. Die Preise in Korea sind so hoch, dass
sie sich nicht genügend zu essen kaufen können. Deshalb
essen sie nur Süßkartoffeln oder Nudeln.“ Nachdem ich das
gehört hatte, sagte ich zu meiner Frau: „Lass uns die Leute aus
Kenia einladen und bewirten.“ Ein paar Tage später hat meine
Frau mit ganzem Herzen ein Essen vorbereitet, und wir haben ca. 20
Kenianer eingeladen. Es war für sie das erste Mal, dass sie bei
Koreanern aßen, deshalb waren sie sehr glücklich. Als Geschenk
haben sie uns vorgesungen.
Nachdem
wir uns über viele Dinge mit ihnen unterhalten hatten, wollten
sie nach Hause gehen, und ich habe sie gefragt: „Sie sind jetzt in
Korea. Was möchten Sie am liebsten tun?“ Sie antworteten: „Obwohl
wir in Korea sind, merken wir nichts davon, weil wir immer im Expo-Büro
sind. Es hat bis jetzt nicht geklappt, im Land umherzureisen. Wir
würden uns Korea wirklich gerne ansehen.“ Ich fragte sie weiter:
„Wenn ich unsere anderen Gemeinden besuche, ist mein Rücksitz
immer frei. Deshalb kann ich zwei oder drei von Ihnen mitnehmen. Wäre
Ihnen das recht?“ Da haben sie sich sehr gefreut.
Seitdem
habe ich immer bei ihnen angerufen, wenn ich eine Reise vorhatte,
und sie haben abwechselnd ihre Schichten getauscht, damit jeder einmal
mitfahren konnte. Auch als ich zum Predigen nach Pusan und Mokpo fuhr,
habe ich zwei oder drei von ihnen mitgenommen. Während ich mit
den Kenianern so nah zusammen war, hat der kenianische Wirtschaftsminister
Korea besucht. Als er bei der Expo mit seinen Landsleuten sprach,
haben diese über mich berichtet: „Pastor Park liebt unser Land
und uns, deshalb hat er dies und jenes für uns getan.“
Nach einer
Weile hat der Minister mich angerufen. Er hat sich sehr bedankt und
wollte mich besuchen, um persönlich „Dankeschön“ zu sagen.
Ich habe ihn gefragt, ob ich ihn zum Essen einladen dürfe. Er
nahm meine Einladung mit großer Freude an, und an diesem Abend
kam er in mein Haus. Wir bewirteten ihn und hatten gute Gemeinschaft
mit ihm. Am Ende unseres Gesprächs habe ich ihm das Buch „Only
by Jesus works“ geschenkt. Er freute sich sehr darüber und sagte:
„Unser Präsident Moi besucht jeden Sonntag die Kirche, und er
liest gerne christliche Bücher. Ich möchte dieses Buch Präsident
Moi schenken. Bitte geben Sie mir noch ein Exemplar!“ Ich gab ihm
noch eins. Beim Abschied hat er mich nach Afrika eingeladen. Durch
diese Begegnung konnte ich erste Schritte in Afrika tun.
Vorher hatten wir Gott
gebeten: „Bitte öffne uns einen Weg, in Afrika das Evangelium
zu verkünden.“ Obwohl wir so gebetet hatten, wussten wir gar
nicht, wie wir nach Afrika kommen könnten und wie wir dort anfangen
sollten zu evangelisieren. Aber Gott erhörte unser Gebet und
öffnete uns durch diese Begebenheit den Weg. Wenn ich an dieses
Ereignis zurückdenke, sehe ich, dass nicht ich Gott gedient habe.
Ich kann nicht anders als immer wieder sagen, dass Gott mir mit ganzem
Herzen gedient und geholfen und mich geschützt hat, besser als
ein Sekretär oder ein Knecht oder andere Menschen in der Welt.
Da die Auslegung
des Hebräerbriefes beendet ist, die ich monatlich geschrieben
habe, hat der Gute-Nachricht-Verlag mich sehr gebeten: „Pastor, es
wäre schön, wenn wir im Gute-Nachricht-Magazin eine monatliche
Serie mit deinem Zeugnis, wie Gott bis jetzt in dir gearbeitet hat,
bringen könnten.“ Als ich das gehört habe, habe ich einige
Tage lang über die Vergangenheit nachgedacht, um das Zeugnis
zu schreiben. Ich war vor Gott immer untreu, hochmütig, gegen
Gott und ein fauler Knecht. Aber Gott hat mich trotzdem wunderbar
geschützt und mir geholfen. Da die Werke Gottes in mir großartig
und zahlreich sind, kann ich nicht anders, als vor Gott zu knien und
zu beten: „Herr, ich habe dir nicht gedient. Du hast mir gedient.
Nun möchte ich dir dienen.“
Ich bin
unendlich dankbar, wenn ich daran denke, wie Gott mir geholfen und
mich geschützt und mit seinen Händen geführt hat, der
ich der Abschaum der Welt bin. Deshalb möchte ich durch das Gute-Nachricht-Magazin
Zeugnis geben – nicht davon, was ich gut gemacht habe, sondern wie
Gott mich geliebt und mir geholfen hat. So wie Gott in mir arbeitet,
wirkt er in uns allen. Deshalb habe ich mich entschieden, mein Zeugnis
zu schreiben, um dadurch Gott zu verherrlichen, der in uns arbeitet.
DER
TAG MEINER RETTUNG
Im Jahre
1962 wurde ich, der in der Sünde verirrt war, gerettet. Diesen
Tag werde ich nie vergessen. Den Tag, an dem meine Sünde weiß
wie Schnee gewaschen und ich von ihrer Last befreit wurde! Die Dankbarkeit
und den Frieden kann ich vergleichen mit dem Gefühl des Knechtes,
dem von seinem Herrn Schulden in Höhe von 10.000 Zentnern Silber
erlassen wurden. In diesem Moment wurde die hohe Mauer der Sünde,
die zwischen Gott und mir stand, abgerissen, und mein Herz war dem
Herrn sehr nah. Jedes Mal wenn ich bete, erhört der Herr mich
und gibt mir immer weiter den Frieden und die Freude, die ich vorher
nicht hatte, in mein Herz, sowie das Verlangen nach seinem Wort und
den dringenden Wunsch zu evangelisieren. Großartige und segensreiche
Dinge, die ich mir vorher noch nicht einmal vorstellen konnte, fingen
an, nach und nach mein Herz zu füllen.
Wenn ich
mein früheres Ich betrachte, war da nirgends ein helles, freudiges,
friedliches oder dankbares Herz zu finden. In mir gab es kein Herz
mit Liebe, Glauben und Hoffnung. So wie ein Chirurg den Bauch eines
Krebspatienten öffnet und ihn voll von Krebstumoren findet anstatt
Magen, Darm, Leber und Galle, so war mein Herz voll von Gelüsten,
obwohl Gott es geschaffen hat für Frieden, Freude, Dank, Liebe
und Hoffnung. Ich lebte nach meinen Gelüsten, aber mein Leben
lief nicht gut. Deshalb war mein Herz voll von Murren, Klagen, Hass,
Bosheit und Falschheit. In keiner Ecke meines Herzens war Frieden
zu sehen, und Ruhe, Liebe und Glauben gab es auch nicht darin.
Der liebende
Herr hat an die Tür meines Herzens geklopft, der ich schmutzig
und böse war und nur wert, vernichtet zu werden. Dann öffnete
er die Tür und gab eins nach dem andern in mein Herz: Liebe,
Frieden und Freude, die im Herzen des Herrn sind. Durch diese Gnade
des Herrn ist mein Leben verwandelt worden: Ich, der ich böse,
schmutzig und sündhaft war, bin durch die Gerechtigkeit Jesu
gerecht geworden. Durch die Heiligkeit Jesu führe ich ein heiliges
Leben und genieße den Frieden, den Jesus mir gab. Ich hoffe
für morgen durch die Hoffnung, die Jesus mir gab. Ich kann nichts
anderes sagen, als dass all diese Dinge die Gnade sind, die der lebendige
Herr mir gegeben hat.
Als wir
für Afrika gebetet haben, öffnete der Herr die Tür
für das Evangelium in Afrika. Als wir für das Gefängnis
gebetet haben, tat er die Tür des Gefängnisses auf. Er öffnete
auch die Tür zu Lepra-Siedlungen, obwohl viele dagegen waren.
Er ließ uns, die wir wirklich gering sind, nach Russland, China,
Japan usw. Missionare senden und das Evangelium verkünden.
Seitdem
ich gerettet und in den Herrn zurückgekommen bin, habe ich all
diese großartigen, herrlichen Ereignisse erfahren. Genau wie
eine schöne Blume in einem Misthaufen blüht, hat der Herr
mein Herz gereinigt, das schmutzig und böse war, und sein wertvolles
Werk eingepflanzt. Nun möchte ich von diesem Werk des Herrn durch
das Gute-Nachricht-Magazin den Lesern Zeugnis geben. Ich wünsche
mir von ganzem Herzen, dass die Gnade Gottes, die ich bekommen habe,
zu jedem Einzelnen, der dieses Zeugnis liest, kommt. Und ich wünsche
mir auch, dass der Herr, der mich gerettet und mir gedient hat, für
die Leser auch so arbeitet, dass alle in der Gnade und dem Segen Gottes
bleiben. Ab der nächsten Ausgabe werde ich ausführlich mein
Zeugnis geben.